Einiges über die Geschichte  von Graun
Persönlichkeiten von Graun

 

Vor vielen, vielen Jahren waren unsere Berge und Täler mit einer sehr dicken Eisschicht bedeckt. Damals war es bei uns sehr, sehr kalt. Wir nennen diese Zeit „Eiszeit“.

Doch vor ca. 10.000 Jahren wurde es wieder wärmer und wärmer. Das Eis begann zu schmelzen. 

Von den Bergen kam viel Eis. Das Eis brachte Gestein, Geröll, Sand ... mit sich. So wurden Berge teilweise abgetragen und erhielten tiefe Schluchten. Doch irgendwo blieb das Geröll und Gestein liegen. Es bildeten sich riesige trichterförmige Aufschüttungen, Moränen oder Schuttkegel genannt.

So ein riesengroßer Schuttkegel ist die „Malser Haide“. Sie ist der größte Schuttkegel der Alpen. Felsen und Steine wurden vom schmelzenden Eis zu Tale geschoben. Dort blieben sie liegen und sperrten das Tal ab. Das Schmelzwasser konnte nicht mehr abfließen. Es entstand ein großer See. Doch das Eis schmolz weiter. Es schob auch an anderen Stellen Geröll und Steine ins Tal. So z. B. dort, wo sich heute das Dorf St. Valentin befindet. Dadurch wurde der große See geteilt und es waren jetzt zwei Seen entstanden. Der Gletscherbach (Karlinbach), der aus dem Langtauferer Tal in den See floss, brachte ebenfalls viel Sand und Geröll mit. Diese wurden im See abgelagert. So entstand ein dritter See. Diese drei Seen waren sehr schöne Bergseen.

Die drei Seen

Reschensee

Der Reschensee war der größte der drei Seen. Er war 2610 m lang, 630 m breit und 23 m tief. Das Wasser war blau. Der See war sehr fischreich.

Graunersee oder Mittersee

Er war 1600 m lang, 780 m breit und 17 m tief. Das Wasser des Sees war trüb, weil der Karlinbach viel Sand mit sich führte.

Haidersee

Der Haidersee war 2340 m lang, 630 m breit und 17 m tief. Das Wasser war grün.

Langsam entwickelte sich Leben in und um die Seen. Pflanzen schmückten die Ufer. Bäume wuchsen und es entstanden die Wälder. Fische tummelten sich im sauberen Wasser. In den Wäldern lebten wilde Tiere.

Später kamen auch Menschen. Ihnen gefiel diese Landschaft. Sie begannen sich anzusiedeln. Das war schon vor ungefähr 5000 Jahren.

Auf dem St. Anna Hügel hat man sehr alte „Tonscherben“ gefunden. Man weiß heute, dass hier schon vor sehr langer Zeit Menschen gelebt haben. Sie gehörten zum Volksstamm der Kelten. Diese Menschen lebten von der Jagd, vom Fischfang, von Pflanzen, Wurzeln, ...

In den Wallburgen schützten sie sich vor wilden Tieren. Sie bebauten aber auch Felder. Sie kannten auch schon Kupfer und Zinn. Beim Zusammenschmelzen dieser Metalle entsteht Bronze. Aus Bronze wurden Waffen und Geräte hergestellt.

Vor etwa 2000 Jahren kamen aus dem Süden die Römer in unsere Heimat und führten gegen die Bewohner Krieg. Sie besiegten unsere Vorfahren. Die Römer errichteten Straßen, Brücken, Wasserleitungen. Eine alte Römerstraße führte auch durch den Vinschgau, die Via Claudia Augusta. Mit den Römern kam auch das Christentum in unsere Heimat.

Später, vor etwa 1500 Jahren, kamen aus dem Norden die Bajuwaren in unsere Heimat.

In dieser Zeit flüchteten die Bewohner

des Vinschgaus ins Engadin,

des Eisacktales ins Grödental,

des Pustertales ins Gadertal.

In diesen Seitentälern hat sich bis heute noch die rätoromanische Sprache erhalten.

Die rätoromanische Sprache wurde in unserer Heimat allmählich verdrängt und es setzte sich die deutsche Sprache langsam durch.

Wie Graun zu seinem Namen kam:

Im Jahre 1147 wird erstmals ein Hof „Curun apud lacum“ erwähnt.l

1164 ist in einem Vertrag zwischen dem Bischof von Chur und dem Grafen Trapp von einem „beneficium Curunes“ die Rede.

1303 gibt es einen Peter Fischer auf einem Hof in „Curun“.

1317 war aus Curaun ein „Curaun“ geworden.

1320 ist von einem „Churaun“ die Rede.

1390 hieß die Ortschaft „Karaun“.

1412 heißt sie „Grawn“ oder erstmals Graun.

Der Name Graun ist eindeutig auf den romanischen Namen „corona“ zurückzuführen. Corona bedeutet „runder Felskopf“.

Somit hat der runde Felskopf oberhalb von Graun, der Endkopf oder „Joggl“, dem Dorf den Namen gegeben.

1317 werden die Höfe Arlund, Salet, Stilfuz, ob der Chirche ze Püll erwähnt. Diese Höfe sind spätestens bei der Seestauung zerstört worden.

1356 wird Greinhof erwähnt,

1392 die Spinhöfe,

1488 der Klopairhof,

1560 der Gorfhof,

1588 der Arluihof.

Kirchliches

Mit den Römern kam auch das Christentum in unsere Heimat. Schon sehr früh verbreitete sich die Lehre von der Nächstenliebe.

Der hl. Kassian, der hl. Vigilius und der hl. Valentin waren auch in unserer Heimat tätig.

Sie verkündeten die Lehre von einem einzigen Gott.

Unsere Heimat, der obere Vinschgau, gehörte vom Jahre 451 bis zum Jahre 1818 zum Bistum Chur.

Von 1818 bis 1964 gehörte Graun zur Diözese Brixen.

Seit 1964 sind wir bei der Diözese Bozen – Brixen.

Im Jahre 1317 wird erstmals ein Hof „ob der Chirchen ze Püll“ erwähnt. Das heißt, in dieser Zeit stand in Graun schon eine Kirche.

1357 weihte der Bischof von Chur in Graun eine Kirche. Diese Kirche war eine Filiale der Pfarre von Mals. Graun hatte immer noch keinen eigenen Pfarrer.

Die Bewohner von Reschen, Graun und Langtaufers mussten nach Mals gehen, um dort die hl. Messe zu besuchen. Kinder wurden in Mals getauft. Die Toten mussten in Mals begraben werden. Dies war für die Menschen mit großen Schwierigkeiten verbunden.

Am 22. Oktober 1422 wurde der Friedhof (Gottesacker) neben der Kirche geweiht. Am 31. Oktober 1422 gingen Grauner Bürger zum Bischof, um ihm ihr Leid zu klagen. Die Grauner wollten eine eigene Pfarre erhalten. Sie wollten nicht mehr länger unter Lebensgefahr nach Mals gehen müssen. Das Treffen fand in der Fürstenburg bei Burgeis statt. Es dauerte noch 18 Jahre, bis Graun eine eigene Pfarre wurde. Am 4. Juli 1440 wurde die Grauner Kirche zur Pfarrkirche erhoben. Nun hatten die Oberländer ihre eigene Pfarrkirche in Graun.

Die Grauner Bürger mussten nun für die Erhaltung der Kirche, des Pfarrers und des Messners sorgen. Sie mussten Wachs für das Ewige Licht und für die Beleuchtung der Kirche besorgen.

Die Bauern mussten einen Teil ihrer Ernte abgeben. Sie mussten Fleisch abgeben, sie mussten auch mit Butterschmalz oder mit „Kreuzern“ (Geld) bezahlen.

Reschen und Langtaufers gehörten zur Pfarrer Graun. Langsam war die Pfarrkirche in Graun zu klein geworden. Sie wurde abgerissen.

Nur der Kirchturm blieb stehen.

In der Jahren 1832 – 1838 wurde eine neue Pfarrkirche errichtet. Sie bot 2500 Menschen Platz. Es war also eine sehr große Pfarrkirche.

Von 1844 – 1929 hatte Graun auch einen eigenen Kooperator.

Im Jahre 1933 wurden Reschen und Langtaufers eigene Seelsorgergemeinden.

 

 

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