Das ist die wunderschöne Geschichte  vom Wassertröpfchen Agua, von einem Kind, das diese Geschichte erlebt, von Tera, der guten Mutter Erde, von Mira, der bösen Hexe, die die Erde kaputtmachen will. Diese Geschichte haben Kinder mit dem Lehrer Ludwig geschrieben und gezeichnet. Lassen Sie sich verzaubern von dieser Umweltgeschichte, die sich so einfach erfrischend liest!    Wir haben sie übrigens auch als Singspiel aufgeführt ...in einer Scheune!

 

Agua, mein Freund

 

Freudig sprudelt das Wasser aus der Tiefe. Bäume winken im Sommerwind. Eine Lerche steht hoch am Himmel. Die Bienen beglücken junge Blüten. Ich stehe an einer Quelle und bewundere das Spiel des Wassers. Ich bücke mich, um kühles Wasser zu trinken.

Da - plötzlich - ein Wassertröpfchen sitzt auf meiner Wange. Ich will es wegwischen. Doch eine zarte Stimme flüstert mir ins Ohr: „ Ich bin Agua, ein Wassertröpfchen. Ich möchte dein Freund sein und mit dir meine Reise beginnen. Nimmst du mich mit?

Ich bin sprachlos.

Mit unsicherer Stimme antworte ich nach einer Weile: „Ja! Gerne!“

Ich nehme Agua von meiner Wange und bewundere seinen kristallklaren Glanz. Ich streichle es und setze es vorsichtig wieder auf die linke Backe.

Agua winkt seinen Brüdern und Freunden zum Abschied zu.

Es beginnt eine lange Freundschaft.

Ich erzähle von den Schönheiten dieser Erde.

Aber auch von den Gefahren, die auf uns lauern.

Ich erzähle von Tera, der Mutter Erde. Sie ist schon sehr sehr alt, aber noch immer von unendlicher Schönheit.

Ich erzähle aber auch von Mira, der jungen, sehr gefährlichen Hexe.

Die immerzu die Schönheit von Tera zerstören will.

Ich erzähle von den Menschen, welche von Mira schon verzaubert sind.

Und ich erzähle auch von den Kindern, die Tera helfen und von Mira nicht verzaubert werden können.

Agua ruht sich auf meiner Backe aus.

Die erste Zeit war für Agua doch sehr anstrengend.

Die Sonne steht schon tief im Westen. Die Bäume werfen lange, fast unheimliche Schatten. Ich beschließe auf dem alten Waldweg nach Hause zu gehen.

Die verfallene Schäferhütte liegt auf meinem Weg. Ich sehe sie schon bald in der Waldlichtung. Irgend etwas beunruhigt mich. Ich bleibe stehen und beobachte die Hütte.

Nichts rührt sich.

Ein Knarren durchbricht die Stille. Die Tür der Schäferhütte bewegt sich.

Mir wird unheimlich.

Mein Herz klopft.

Ich denke, hoffentlich wacht Agua nicht auf.

In diesem Augenblick tritt eine Gestalt aus der Tür. Ich erkenne sie. Es ist Mira.

Sie sieht furchtbar aus.

Alte Papierfetzen im Haar aus Kabelschnüren.

Eine Blechdose sitzt wie eine Krone auf ihrem Kopf. Löchrige Säcke hängen von ihren Schultern. Die zerrissene Schürze ist gefüllt mit...

Ich kann es nicht erkennen. Die Füße stecken in Plastikkübeln

Ich kann nicht mehr hinsehen.

Mit einem Schritt stehe ich hinter der alten Lärche. Ich halte meine Hand vor den Mund und warte. Nun merke ich, Mira hat mich nicht gesehen. Die Dämmerung bricht herein. Dies ist der geeignete Zeitpunkt. Leise schleiche ich mich davon. Ein Blick auf meine Backe sagt mir, Agua schläft noch. Ich bin sehr froh. Nach kurzer Zeit erreiche ich die ersten Häuser. Mir fällt ein Stein vom Herzen.

Im Dorf fühle ich mich sicher und geborgen. Ich betrete mein Haus, steige die Treppe hoch, gehe in mein Zimmer und falle ins Bett.

Ich schlafe sofort ein. Ich schlafe tief und traumlos.

Etwas kitzelt mich. In diesem Augenblick wache ich auf. Agua rutscht von meiner Backe.

Guten Morgen Agua!

Guten Morgen mein Freund!

Hast du gut geschlafen?

Sehr gut.

Das freut mich.

Nehmen wir zusammen ein Bad?

Mit Vergnügen, da kann ich meine Brüder wieder sehen.

Langsam steige ich aus dem Bett, begebe mich ins Bad und lasse Wasser in die Wanne laufen.

Blub! Blub! Agua ist ins Wasser gepurzelt. Nein!

Es sitzt auf einem Luftbläschen, winkt mir noch kurz zu.

Jetzt kann ich es nicht mehr sehen.

Mein Badeschaum riecht so gut. Ich nehme die Flasche und will gerade...

Nein! Nein!

Mir ist als hörte ich viele traurige Stimmen. Ich halte in meiner Bewegung ein.

Da ertönt auf der anderen Seite die Stimme von Mira: „Halt nicht ein, schütt hinein, Agua bleibt ja doch nicht rein!“

Die Versuchung ist groß. Da höre ich aber wieder viele Stimmen.

„Agua und Tera sind doch meine Freunde!“ sage ich mir. Freundschaft geht über alles!

Die Stimme von Mira verblasst. Ich bin froh. Freudig steige ich zu Agua in die Wanne und wasche mich.

Welch ein Spaß! Agua und seine Brüder tanzen und spielen mit mir. Wir sind alle ganz einfach - glücklich.

Ich spüre Agua plötzlich wieder auf meiner Backe.

Zeigst du mir heute Tera? Ich bin ja gestern so schnell eingeschlafen.

Ja , wir wandern zum wunderschönen Blütensee.

Da beugt sich der Regenbogen zu Tera herunter.

Da leuchten die Blumen im Sommerwind.

Da fühlen sich alle Kinder von Tera besonders wohl.

Da glitzern die Sonnenstrahlen im klaren Wasser.

Aber, was erzähle ich so viel, du sollst ja selbst sehen. Agua hüpft vor Freude und küsst mich freundschaftlich. Bald darauf machen wir uns auf den Weg.

Über den ersten Berg und über den zweiten Berg, durch ein schmales Tal führt der Weg zum See.

Meine Füße sind schon müde. Ich setze mich auf einen Sein und will mich ausruhen. Doch Agua will weiter. Ein leichter Windhauch bewegt die wenigen Blätter der Bäume.

 

Doch plötzlich, die Luft riecht übel. Ich frage mich, haben wir den falschen Weg eingeschlagen? Das kann doch nicht sein. Wir biegen um die Ecke, die Luft wird stickiger und dunkler. Agua bekommt schon Angst. Noch ein paar Schritte und wir erblicken den See.

Meine Knie werden weich, ich falle zu Boden und halte die Hände vor meine Augen. Ich will Agua und mich selbst schützen. Ich will Agua und mich selbst schützen. „Blütensee“ hatte ich zu Agua gesagt.

Es war einmal.

Mira und ihr Werk umhüllen uns, nehmen uns gefangen.

Agua ist ohnmächtig.

Ganz verschwommen sehe ich noch...... und dann weiß ich nichts mehr.

Irgendwann bin ich wieder aufgewacht.

Viele Kinder stehen um mich herum. Neben mir liegt eine Trage aus Ästen und Tüchern. Die Kinder wollen mich nach Hause bringen.

Doch, wo ist Agua?

Ich taste meine Wangen ab. Nichts.

Ich rufe: „Agua, Agua!“

Alle starren mich an. Sie glauben, ich würde noch träumen. Ich aber bin hellwach. Ich habe meinen Freund Agua verloren! Die Kinder tragen mich nach Hause. Zwischendurch schlafe ich ein, wache aber wieder auf und bin sehr traurig.

Wo ist mein Freund geblieben? Ich habe noch nie einen Freund verloren.

Erst am späten Abend kommen wir zu Hause an. Ich kann noch lange nicht einschlafen, ich denke nur an Agua.

Wie mag es ihm wohl ergehen?

Ich sehe wieder Mira vor mir, ich hasse sie.

Ich muss etwas tun, ich muss Tera helfen, Mira zu besiegen.

Ich weiß, einfach wird es nicht sein.

Doch einen Weg muss es geben.

Ich denke an die anderen Kinder, sie müssen mir helfen.

Einige Zeit vergeht. Der Herbst kommt. Die Tage werden kürzer. Traurig sitze ich am Fenster und beobachte. Die Blätter an den Bäumen sind schon bunt. Die Bäume freuen sich über die neuen Farben.

Aber: Ich sehe Menschen, die Bäume umsägen, ich sehe Menschen, die Hügel abtragen, ich sehe, wie den Bächen ihr Lauf gestohlen wird, ich sehe, sehe, sehe.....

Dabei fällt mir ein Gedicht meines Lehrers ein: „Der Baum“

Der Baum,

der einst Blätter trug, 

er lebt nicht mehr,

trägt keine Blätter mehr!

Wo sind sie, die ihm seinen Schatten raubten?

Mit diesen Gedanken schlafe ich ein.

Als ich aufwache, ist mit, als hätte ich tage-, ja wochenlang geschlafen. Es schneit draußen. Der Schnee fällt leise vom Himmel. Ist Agua bei diesen Flocken dabei? Ich hoffe es sehr. Aber dann müsste Agua an mein Fenster kommen. Wir sind ja Freunde.

Aber nichts passiert!

Es ist kalt. An den Fenstern sehe ich faszinierende Eisblumen. Am liebsten möchte ich sie pflücken. Ich gehe ans Fenster und schreibe langsam meinen Namen mit dem Zeigefinger an die Scheibe. Durch meine Wärme schmilzt an der Stelle das Eis. Dabei läuft ab und zu ein Wassertröpfchen die Scheibe hinunter.

Was ist das auf einmal?

Ich erkenne einen Buchstaben, den ich nicht geschrieben habe!

Was bedeutet das?

A

Ag

Agu

Agua  Es ist, es ist.... Agua!

Mein Freund ist wieder da!!!      Es ist wie ein Traum.

Ich reiße das Fenster auf, halte meinen Finger an das Ende der Buchstaben und spüre Agua auf meiner Hand.

Ich umarme es und ....... Ich weine Freudentränen!

Wir setzen uns an den Ofen , ich wärme Agua.

„Wo warst du die ganze Zeit?“ ist meine erste Frage.

Agua ist nachdenklich.

Nach einer Weile erzählt Agua mit leiser Stimme.

Alles war viel schlimmer als du dir vorstellen kannst. Mira hat mich in diesen furchtbaren See geworfen. Es dauerte nicht lange, da wurde ich sehr krank. Ich glaubte schon, ich könnte dich nie mehr wiedersehen. Doch, ich wusste, du denkst an mich und hast mich nicht vergessen. Das hat mir Kraft gegeben. Irgendwann - ich weiß nicht mehr wie - gelangte ich in einen Fluss. Ich dachte, ich wäre jetzt gerettet. Aber im Fluss war es noch unheimlicher als im See. Überall warf Mira ihren Unrat hinein. Und das Wasser wurde noch dunkler, schmieriger und übelriechender. Es war nicht mehr auszuhalten. Plötzlich wurde ich von einem Wasserstrudel mitgerissen. Meine Angst war sehr groß. In diesem Augenblick......

Ein Wasserfall!

Ich faaaa-faaal-faaalle. Ich wurde an einen Stein geschleudert. Alles schmerzte. Mit letzter Kraft konnte ich mich ans Ufer retten. Müde fiel ich ins Gras und schlief ein.

Als ich wieder aufwachte, befand ich mich in der Zauberwelt der Eisblumen.

An einem Fenster.

Es war dein Fenster

mein Fenster

unser Fenster!

Die beiden Freunde umarmen einander. Ihre Augen glänzen.

Unsere Gedanken sind klar. Mira muss vernichtet werden!

Ich gehe ans Fenster, schaue nochmals in die Ferne.

Da: Von weitem höre ich eine Stimme.

Diese Stimme kenne ich. Es ist Tera. Doch ihre Stimme ist heiser.

„Ich bin heiser, weil ich krank bin.

Denn:

Die Vögel in den Lüften

ersticken im Rauch.

Die Fische im Wasser

haben das Sterben im Bauch.

Alle Lieben der Erde

sind vergiftet bald auch.

Nur ihr, liebe Kinder,

seid verzaubert noch nicht!

Ihr seid meine Hoffnung,

das rettende Licht!

Gebt zurück euren Blumen

alle Farben der Welt!

Damit das Leben von morgen

auch Euren Kindern gefällt!“

Ein dunkler Donner begleitet die letzten Worte von Tera.

Alles bebt.

Nur kurz.

Jetzt ist Ruhe.

Nun bin ich ganz sicher. Ich habe unseren Auftrag verstanden. Agua hat Mut gefasst. Agua will mithelfen.

Mein Plan steht schon fest. Wir müssen alle Kinder dieser Welt zusammenrufen. „Aber wie?“ fragt Agua. „Ja, weißt du, als wir uns kennenlernten, schliefst du auf meiner Backe. Im Wald sah ich Mira mit ihrer Zaubertrommel. Damit hat sie nämlich die Menschen verzaubert. Wir müssen diese Trommel haben! Dann können wir alle Kinder verständigen, denn alle verstehen die Sprache dieser Trommel“.

Vor Sonnenaufgang gehen wir los. Wir haben uns verkleidet. Wir sehen aus wie die verzauberten Menschen.

Mira darf uns nicht erkennen.

Bald gelangen wir in den Wald. Vorsichtig wagen wir uns voran. Ich spüre, Agua zittert auf meiner Backe. Die Lichtung ist erreicht. Vor uns liegt die alte Hütte. Die Tür ist einen Spalt breit offen. Mir ist mulmig im Bauch. Es ist unheimlich. U..hu! Der Schrei einer Eule erschreckt uns. Ist jetzt Mira gewarnt?

Wir halten inne, es rührt sich nichts. Also schleichen wir uns näher. Jetzt sind wir an der Tür. Langsam versuchen wir sie weiter zu öffnen. Hoffentlich gelingt uns unser Vorhaben! Die Tür ist jetzt offen. Der Gestank ist unerträglich. Wir müssen aber weiter. „Da!“ flüstert mir Agua ins Ohr. Die Trommel hängt an der Wand neben Miras Bett. Mira spricht im Schlaf. Sie scheint von ihrem Sieg zu träumen. Der Augenblick ist gekommen. Ein schneller Griff und die Zaubertrommel ist in meiner Hand. Jetzt ist Mira machtlos! Wir haben es geschafft!

Wir schreiten durch den Wald. Der dunkle Wald erscheint uns plötzlich voller Licht. Es ist unsere riesengroße Freude. Der Wind treibt die letzten Wolken durch das Tal. Die Berggipfel leuchten im Sonnenschein. Wir erreichen den Waldrand, erkennen die ersten Häuser.

Tam tam tara tam tam tam!

Tam tam tara tam tam tam!

Agua und ich, wir schlagen die Trommel. Es klingt wie die allerschönste Musik.

Tam tam tara tam tam tam!

Kommt ihr Kinder, kommt mit uns! So klingt unser Trommelschlag!

Tam tam tara tam tam tam!

Das Trommeln  wird immer schneller, lauter, wilder. Wir kriegen uns nicht mehr ein.

Tam tam tara tam tam tam!

Kommt ihr Kinder, kommt mit uns!

Tam tam tara tam tam tam!

Kommt aus allen Ländern!

Tam tam tara tam tam tam!

Kommt ihr Kinder, kommt mit uns!

Tam tam tara tam tam tam!

Wir können die Welt verändern!

 So geht es weiter bis tief in die Nacht hinein.

„Kinder! Kinder!“ ruft plötzlich Agua. Ich erschrecke. Ich muss wohl eingenickt sein. Ich drehe mich nach allen Seiten. Aus allen Himmelsrichtungen scheinen sie zu kommen. Ich sehe Negerkinder, Chinesenkinder, Indianerkinder, Eskimokinder ....... Alle sind sie zu uns gekommen! Hastig frage ich Agua, wie wir uns verständigen können. Agua beruhigt mich. „Kinder besitzen eine Sprache, die von allen verstanden wird. Es ist die Zeichensprache! Du wirst schon sehen. Wir werden uns alle gut verstehen!“

„Habt ihr auch Teras Hilferuf gehört?“ frage ich in die Runde.

„Ja, si, yes,ano,hai....... Wir haben auch das Trommeln gehört. Wir haben alles verstanden!“

Wir müssen schnell handeln. Es ist noch nicht zu spät.

Alle rufen durcheinander.     (Wie in unserer Klasse.)   Jetzt versteht man nichts mehr.

Da sehe ich, wie die ersten Kinder einander die Hand geben. Ein Kreis wird gebildet. Der Kreis wird immer größer, immer bunter. Ein Ende ist nicht zu erkennen. Auf allen Hügeln, Bergen, einfach überall sehe ich Kinder. Und mitten drin, gefangen, machtlos, Mira.

Plötzlich brausen gewaltige Stürme los. Es wird dunkel. Aller Unrat fliegt durch die Lüfte, hin zum Vulkan Meta. Tera hat ihre Winde losgeschickt. Die Meere sind aufgewühlt. Riesige Wellen werfen allen Schmutz an den Fuß des großen Vulkans.

Agua hat seine Brüder und Freunde beauftragt. Auch der Kreis der Kinder bewegt sich hin zu Meta. Für Mira wird es immer enger. In Säcken und Kübeln muss sie alles den Vulkan hochtragen und oben hineinwerfen. Es ist eine furchtbare Arbeit.

Mira muss, sie muss ..... bis zuletzt.

Es dauert lange, viele Tage und Nächte.

Hand in Hand bewegt sich der Kreis der Kinder langsam den Vulkan hoch. An seinem Fuße ist jetzt alles schon wunderschön. Es ist nicht zu glauben. Dann ist es soweit. Mira hat fast alles in den gewaltigen Krater geworfen. Sie ist am Ende. Jetzt ziehen Nebel auf. Sie umhüllen den oberen Teil des Vulkans. Winde heulen plötzlich. Ich ahne Unheimliches. Zuerst ein Grollen von  weitem. Es kommt immer näher. Es wird stärker.

Jetzt! Meta ..... bebt! Ein roter Schein! Wie ein Blitz! Ein Schrei! Ich bekomme Gänsehaut. Agua ist bei mir, streichelt mich.

Jetzt ist wieder Ruhe. Die Winde haben sich gelegt. Die Nebel sind verschwunden. Die Sonne lacht am Himmel.

Was ist passiert?

Wo ist Mira?

Agua kennt die Antwort.

Mira ist im Vulkan verschwunden.

Mira gibt es nicht mehr.

Drei Tage und drei Nächte dauern nun schon die Feiern. Es sind wunderschöne Kinderfeste. Viele viele Kinder malen die Blumen wieder bunt. Da drüben setzen andere junge Bäumchen.

Ganz viele. Ganz grüne.

Hoch oben spielen viele Kinder mit den Wolken, wie mit einem Ball. Im Süden schaukeln einige auf den Sonnenstrahlen. Im Norden rutschen alle die Eisberge hinunter ins frische Wasser. Überall strahlt die Freude. Selbst die Tiere sind zur Feier gekommen. Die Vögel singen entzückende Lieder. Die Fische zeigen ihren neuen Wassertanz. Die Bären klatschen in den Wäldern Beifall. Für alle sind Träume zur Wirklichkeit geworden.

Doch langsam bekommen die Kinder Heimweh. Selbst Agua spricht davon.

Ich sehe wie die Luftballons mit frischer Luft aufgeblasen werden. Es sind kleine und große dabei. Aber alle sind bunt.

Die ersten fliegen schon weg. Es werden immer mehr. Sie fliegen in allen Himmelsrichtungen davon. Die Kinder winken einander noch lange zu. Spät am Abend verschwinden die letzten am Horizont.

Agua und ich sind allein.

Nein, die Zaubertrommel ist auch noch da!

„Ob uns die Menschen auch alle verstanden haben?“ frage ich Agua.

„Gehört haben uns alle“, antwortet etwas traurig Agua. „aber ob sie uns auch verstanden haben, weiß ich nicht. Ich hoffe es. Denn die Zaubertrommel hat ihre Zauberkraft verloren.“

Die Nacht ist hereingebrochen. Der Mond winkt uns noch zu. Die Sterne funkeln heller als sonst. Agua schläft schon. Auch ich bin müde uns schlafe bald ein.

Es ist ein schöner Tag. Die Sonne steht schon hoch am Himmel. Agua hat mit seinem Abschied gewartet, bis ich aufgewacht bin.

Weit im Westen sehe ich Wolken. Es regnet dort. Der Himmel weint.

„Da! Mein Regenbogen!“ ruft Agua. „Jetzt ist meine Zeit gekommen.“

Agua steigt den Regenbogen hoch und entschwindet meinen Augen. Manchmal winkt mir Agua noch im Traum zu.

Es ist die Sehnsucht nach meinem Freund!

Nach oben Projekte