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Schulgeschichte von Graun von den Anfängen der Schule bis heute

Bis ins 17. Jahrhundert war der Großteil der Grauner des Lesens und des Schreibens unkundig. Zur Unterschrift bediente man sich häufig der Holzmarken, die aus Strichen und römischen Ziffern bestanden. Viele solcher Holzzeichen sind an der Rückwand des Altares der St. Annakapelle eingekerbt.

Es ist anzunehmen, dass in frühester Zeit die Seelsorger den Kindern auch das Lesen und Schreiben beibrachten.

1661wirkte in Graun ein Schulmeister und Organist namens Jakob Saider,

1669 der gelehrte Michael Steiger

1678 Magister Johann Grad,

1689 Magister Johann Moriggl,

1707 – 1755 Johann Zangerle.

Die Kinder aus Reschen und Langtaufers besuchten auch die Schule in Graun.

Die Schule wurde immer wichtiger.

1717 einigten sich die Gemeinden Graun, Reschen und Langtaufers über die Pflichten und das Einkommen des gemeinsamen Schulhalters:

- er musste als Organist bei allen kirchlichen Feiern mitwirken,

- er sollte freundlich mit den Dorfmeistern und Pfarrern umgehen,

- er sollte vor und nach dem Unterricht das Schulgebet verrichten.

Die Schulstube mussten die Gemeinden gemeinsam einrichten.

- als Lohn erhielt der Schulmeister von jeder Gemeinde 12 Gulden, von der Pfarrkirche 14 Gulden, von der St. Anna Kirche 7 Gulden und von den Kirchen in Reschen und Langtaufers je 4 Gulden.

- Zudem standen dem Lehrer als Organisten für eine Trauung 24 Kreuzer zu, für ein Reqiem 18 Kreuzer, für Kreuzgänge von jeder Gemeinde 4 Kreuzer zu.

- Wollte er seinen Dienst aufgeben, so musste er 3 Monate vorher kündigen.

1719 erwarben die 3 Gemeinden das Haus des Josef Verklairer . Es diente bis 1867 als Schulhaus.

Die Schule musste bald wegen der großen Schülerzahl in 2 Stufen eingeteilt werden: Unterstufe und Oberstufe.

Im Jahre 1774 führte die Kaiserin Maria Theresia die „Allgemeine Schulordnung“ ein.

Die Schulpflicht wurde eingeführt.

Unterrichtet wurde Religion, Lesen, Schreiben und Rechnen.

Im Jahre 1784 wurde in Graun ein neues Schulhaus bezogen.

Nach der Seestauung war die Schule bis zum Schuljahr 1966/67 in der Gemeinde untergebracht.

In diesem Jahr wurde das neue Schulhaus „Josef Duile“ bezogen.

Im Jahre 1919 kam Südtirol zu Italien.

Nun kamen für unsere Eltern bzw. Großeltern schwere Zeiten.

Die deutsche Schule kam in die Hände italienischer Lehrpersonen, die kein Wort deutsch verstanden. Mit dem Schuljahr 1923-24 musste in der 1. Klasse der Unterricht in italienisch abgehalten werden.

Jedes Jahr kam eine weitere Klasse dazu.

Ab 1926 gab es in Südtirol keinen Unterricht in deutscher Sprache mehr.

Damit die Kinder aber dennoch die deutsche Sprache erlernen konnten, wurde in dunklen Kellern unter großer Gefahr deutsch unterrichtet.

Man nannte diese Schulen „Katakombenschulen“.

(Katakombe = unterirdische Begräbnisstätte)

Erst nach dem 2. Weltkrieg 1945 war die deutsche Schule in Südtirol wieder erlaubt.

Seit dem Schuljahr 1963-64 gibt es die 8-jährige Volksschule nicht mehr. Die Kinder besuchen nach der 5. Klasse Grundschule die dreijährige Mittelschule.

 

 

Die Schulhäuser:

Schulhaus des Josef Verklairer im alten Graun

Schule im alten Gemeindehaus in Neugraun

Das Schulhaus "Josef Duile" seit 1967

Das neue Schulhaus

 
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